Anschlussfinanzierung als Chance begreifen

Die Anschlussfinanzierung, auch als Prolongation bezeichnet, stellt einen wesentlichen Teil der Immobilienfinanzierung dar, dem jedoch häufig weniger Beachtung geschenkt wird als der ersten Finanzierung. Wir klären auf, worin die Gründe hierfür zu finden sind und zeigen Ihnen, worauf Sie bei Ihrer Anschlussfinanzierung achten sollten, damit Sie diese Möglichkeit als Chance nutzen können.

Wieso eine Anschlussfinanzierung?

Haben Sie sich bei Ihrer Immobilienfinanzierung für ein Darlehen entschieden, so wurde dieses an bestimmte Konditionen geknüpft: Laufzeit, Tilgungsrate, Sollzinsbindung etc.

Möglicherweise haben Sie Ihren Kredit zu einem günstigen Zeitpunkt abgeschlossen, der Ihnen langfristig besonders niedrige Zinsen beschert. Doch auch in diesem Fall sollten Sie sich über die Notwendigkeit einer Anschlussfinanzierung bewusst sein und diese frühzeitig planen. Denn egal, ob Sie eine kurz- oder langfristige Bindung mit Ihrem Kreditinstitut eingegangen sind: die Anschlussfinanzierung wird notwendig, wenn eine Restschuld nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit bleibt.

Widmen Sie dieser Angelegenheit nicht weniger Zeit und Aufmerksamkeit als Ihrer ersten Finanzierung und treffen Sie hier eine clevere Entscheidung.

Frühzeitig informieren erspart Geld und Sorgen

Beim Abschluss Ihrer ersten Immobilienfinanzierung hatten Sie möglicherweise einen großen Zeitdruck und ein vergleichsweise geringes Eigenkapital. Dies hat sich nun möglicherweise geändert. Daneben kann sich der Wert, der Ihrer Immobilie beigemessen wird, durch Wertsteigerung des Objektes oder durch äußere Einflüsse deutlich erhöht haben. Beziehen Sie all diese Faktoren in Ihre Überlegungen mit ein und vergleichen Sie unbedingt die unterschiedlichen Angebote der Banken, denn nur so können Sie Einsparungschancen wahrnehmen.

Häufig ist es so, dass sich sowohl die allgemeinen Konditionen als auch Ihr eigener Anspruch im Laufe der Zeit stark verändert haben. Nutzen Sie die Zeit ihrer ersten Immobilienfinanzierung, um auf dem Laufenden zu bleiben und besser planen zu können.

Welche Fristen und Regelungen sind zu beachten?

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn Darlehensnehmer auf Veränderungen innerhalb der Finanzpolitik achten, um zukünftige Trends, Chancen und Risiken besser einschätzen zu können – dies gilt unabhängig von der verbleibenden Darlehenslaufzeit. Sie sind mit Ihrem Kreditinstitut zufrieden und konnten im Vergleich zu anderen Anbietern keine Nachteile entdecken? Dann spricht nichts dagegen, die Restschuld über eine Anschlussfinanzierung Ihrer alten Bank zu tilgen. Doch was können Sie tun, wenn die Zinsen noch vor Ablauf Ihrer Laufzeit so niedrig sind, dass Sie gerne davon profitieren möchten?

Kreditnehmer haben die Möglichkeit, sich schon bis zu 60 Monate vor Ende ihrer Zinsbindung niedrige Zinsen zu sichern.

Expertentipp: Ab einem Vorlauf von ca. 3 Jahren erwarten Sie besonders attraktive Angebote seitens der Kreditgeber. Dies gelingt durch einen Zinszuschlag, der über ein sogenanntes Forward-Darlehen vereinbart wird.

Spätestens nach 7 Jahren lohnt sicher allerdings immer die Überprüfung der Finanzierung! 

Unabhängig von der Dauer Ihrer Laufzeit haben Sie das Recht, Ihr Darlehen nach einer Frist von 10 Jahren + 6 Monaten Kündigungsfrist zu kündigen und das Kreditinstitut zu wechseln. Dies ist eine wichtige Information, die laut BGB zwar eindeutig geregelt, vielen Kreditnehmern aber nicht bewusst ist.

Wie funktioniert die Umschuldung?

Der Wechsel des Kreditinstitutes stellt für viele Menschen eine große Hürde dar, weil sie befürchten, einen erheblichen Mehraufwand und hohe Kosten auf sich nehmen zu müssen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Aufwände im Überblick dar:

  • Die Grundschuld muss vom alten auf den neuen Kreditgeber abgetreten werden und dafür fallen Kosten an
  • Es erfolgt eine neue Bonitätsprüfung, d. h. es müssen Unterlagen zusammengestellt werden
  • Sie benötigen Vorlaufzeit für die Planung und Organisation

Für die Abwicklung der Umschuldung entsteht den Darlehensnehmern kaum Aufwand, da die beteiligten Banken die Abtretung der Grundschulden und die Auszahlung meist untereinander regeln.

Der Aufwand bei der Zusammenstellung der Unterlagen sowie einer erneuten Bonitätsprüfung und die anfallenden kleineren Gebühren (oft nur wenige hundert Euro) stehen vielmals einem Ersparnis von mehreren tausend Euro gegenüber.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich für Sie gänzlich neue Chancen, die Sie nach Bedarf auch wahrnehmen sollten, um von den erheblichen Einsparmöglichkeiten auch profitieren zu können.

 

Unabhängige Finanzierungsvermittler helfen bei der richtigen Entscheidung

Das richtige Angebot zu finden und auch zu erkennen, setzt ein relativ großes Wissen um Konditionen und Rechte in diesem Bereich voraus. Doch nicht immer reicht die Zeit aus, um eingehende Prüfungen und Vergleiche vorzunehmen. Da die Entscheidung jedoch langfristige Auswirkungen haben wird, empfiehlt WIORA das Hinzuziehen eines unabhängigen Finanzierungsexperten, der Sie bestens unterstützen kann.

Unabhängige Finanzierungsvermittler können Angebote aus einer Vielzahl unterschiedlichster Kreditgeber (Banken, Versicherungen, Bausparkassen) sowie verschiedener Finanzierungsvarianten einholen und miteinander vergleichen. Unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation wird Ihnen die passende Anschlussfinanzierung präsentiert.

So sparen Sie kostbare Zeit und können sicher sein, dass Ihr weiterer Finanzierungsplan bestens durchdacht ist.

Unsere Empfehlung im Überblick

  • Kümmern Sie sich frühzeitig um eine geeignete Anschlussfinanzierung
  • Holen Sie sich regelmäßig Informationen ein, um auf dem Laufenden zu bleiben
  • Vergleichen Sie das Angebot Ihrer Hausbank mit anderen Anschlussfinanzierungen
  • Scheuen Sie sich nicht vor möglichen Aufwänden bei einer Umschuldung
  • Ziehen Sie einen unabhängigen Finanzierungsvermittler zu Rate